Regeln des Zusammen-Arbeitens.

 

Um allen Kindern und Lehrkräften im Unterricht das Recht auf störungsfreien Unterricht zu ermöglichen, lernen die Kinder Werte und Arbeitshaltungen durch in allen Klassen einheitliche Regeln. Wir wollen die Kinder in Konzentration, Bedürfnisaufschub, Frustrationstoleranz, Selbstkontrolle und Stille trainieren:


ORDNUNGSREGELN:

  1. Ich gehe nach dem Klingeln zügig in den Klassenraum und warte dort ruhig auf die Lehrkraft.
  2. Ich habe die Grundausstattung zum Arbeiten dabei. (Grundausstattung: Immer im Ranzen müssen sein: Federtasche mit Bleistift, Radiergummi, Anspitzer, Buntstiften, Lineal, Schere, Klebestift , Postmappe, Schuljahresbegleiter, schulisches Material für die einzelnen Fächer nach Stundenplan)
  3. Alles, was ich benutzt habe, räume ich an seinen Platz zurück.
  4. Ich esse in den Pausen.


HAUSAUFGABENREGEL:

Ich mache meine Hausaufgaben vollständig in abgesprochener Form und habe sie zum vereinbarten Termin dabei.
Vollständig heißt: Ich bearbeite alle Aufgaben. Wenn ich eine Aufgabe nicht lösen kann, frage ich nach oder fertige eine gleichwertige Aufgabe an.


ARBEITSREGEL:

Beim Signal „Los geht’s“ besorge ich mir das notwendige Arbeitsmaterial und beginne meine Arbeit.
Ich bleibe an meiner Arbeit dran.
Ich höre mit dem vereinbarten Signal (z. B. „und Schluss!“) auf zu arbeiten.


RUHEREGEL:

„Nach dem Ruhesignal rede ich nur, wenn ich die Erlaubnis habe und achte das Recht auf störungsfreien Unterricht.“


Diese Regeln wurden mit dem gesamten Kollegium erarbeitet, trainiert und auf der Schulkonferenz als oberstes Beschlussgremium genehmigt. Sie werden individuell im Unterricht mit der Klasse trainiert und einheitlich durchgeführt. Vorteile der Gemeinsamkeit sind unter anderem: Die Regeln sind mit der Schule verbunden und nicht mit einzelnen Lehrkräften, sie werden so seltener in Frage gestellt und geben allen Beteiligten Sicherheit und Orientierung. Die Schule wird zu einem einheitlichen Werteraum. Alle wenden dieselben Regeln an, das gewünschte Verhalten wird entsprechend häufiger trainiert, die Unterrichtsqualität nimmt zu.


Oberstes Prinzip der Regeln des Zusammen-Arbeitens ist die positive Motivation, die Anerkennung regelgerechten Verhaltens. Deshalb arbeiten wir mit der Feedback-Liste, in der Regelverstöße notiert werden. Ist es einem Kind gelungen, sich eine Woche an eine Regel zu halten, erhält es einen Stempel auf seiner Stempelkarte. Die Stempelkarten befinden sich im Schuljahresbegleiter.  Da wir vier Regeln des Zusammen-Arbeitens haben, können pro Woche maximal vier Stempel erlangt werden. Bei voller Stempelkarte (8 Stempel) erhält das Kind einen Joker, den es für eine frei gewählte Form der Anerkennung (aus einer Anerkennungsliste, einsehbar im Schuljahresbegleiter) einlösen kann. Das Kind kann sich ebenso entscheiden, Joker zu sammeln, um mehrere Joker gemeinsam für eine größere Anerkennung einzulösen, so möchten wir das Training des Bedürfnisaufschubes fördern. Wir wollen positivem Verhalten unsere Aufmerksamkeit schenken und unsere Schüler/innen durch die Erwartung einer Anerkennung motivieren.

Die Feedback-Liste ist einfach und ökonomisch und ermöglicht differenzierte und kontinuierliche Rückmeldungen an Schüler und Eltern. Sie macht individuelle Verhaltensverläufe sichtbar und hilft, Hilfemaßnahmen zu initiieren. Alle Regelverstöße werden dokumentiert und nach einer bestimmten Anzahl bzw. Zeit zurückgemeldet. Im Gespräch mit dem Schüler werden Lösungen gesucht. Über Regelverletzungen werden die Eltern informiert und im Lehrer-Eltern-Schüler-Gespräch werden gemeinsam Lösungen gesucht. Das gewünschte Verhalten wird durch Hilfsangebote und Verhaltenstraining unterstützt und gefördert. Nach einer festgesetzten Zeit (nach ca. 6-8 Wochen) wird mit einer neuen Feedback-Liste begonnen, bestehende Hilfsangebote laufen weiter.


Hält sich das Kind nach einer Verwarnung an die Klasse nicht an die Ruheregel, tritt die Auszeit als international gebräuchliches Fairness-prinzip in Kraft. Das Kind hält sich für einen bestimmten Zeitraum an einem dafür ausgewiesenen Platz im Klassenraum auf, um ihm die Gelegenheit zu geben, sich zu beruhigen und der Klasse und der Lehrkraft die Chance auf störungsfreien Unterricht zu ermöglichen. Das Kind in der Auszeit hat so die Möglichkeit, das Unterrichtsgeschehen weiterhin passiv mitzuverfolgen. Wahlweise ist auch eine Auszeit außerhalb des Klassen-raums möglich.

Kritisiert wird nach diesem Konzept nicht der Schüler als Ganzes, nicht die Person, sondern immer nur ein kleiner, veränderbarer Verhaltensbereich. Es wird zwischen Person und Verhalten getrennt. Konsequent und wertschätzend heißt das Motto der Schule.